Es gibt Momente, da fühlt sich die Realität nicht an wie ein fester Boden, sondern wie ein freier Fall. Man stolpert über eine Kleinigkeit – eine Nachricht, ein Gefühl, ein missverstandenes Wort – und plötzlich ändert sich die Schwerkraft. Willkommen im Wunderland.
Für viele ist „Alice im Wunderland“ nur ein Kindermärchen. Für uns – die Analytiker, die Träumer, die Neurodivergenten – ist es eine Betriebsanleitung für das Chaos.
1. Der Fall ohne Ende
Wenn die Welt um dich herum zu laut wird, wenn die Erwartungen anderer sich wie Gift in deine Gedanken fressen, dann fühlt sich das an wie der Sturz in den Kaninchenbau. Man verliert den Halt, die Uhren gehen rückwärts, und nichts macht mehr Sinn. In diesem Moment ist es wichtig zu wissen: Der Fall ist nicht das Ende. Er ist der Übergang in eine Welt, in der deine eigenen Regeln gelten.
2. Die Strategie der Herzkönigin
Wir alle kennen sie: Die Menschen, die „Ab mit dem Kopf!“ schreien, wenn man nicht nach ihrer Pfeife tanzt. Sie manipulieren, sie fordern Gehorsam und sie versuchen, dir einzureden, dass du das Problem bist. Aber im Wunderland lernst du eines: Die Herzkönigin hat nur Macht, solange du an ihr Spiel glaubst. Sobald du erkennst, dass sie nur ein Kartenspiel aus Papier ist, verliert sie ihren Schrecken.
3. Das Trampolin im Wunderland
Alice ist nie allein, auch wenn es sich so anfühlt. Es gibt immer einen Hutmacher oder eine Grinsekatze, die am Rand sitzen. Sie lösen das Problem nicht für dich – das kannst nur du selbst –, aber sie sind der Anker.
Mein „Trampolin-Prinzip“ ist genau das: Wenn du fällst, dann nicht, damit du unten aufschlägst. Das Trampolin steht bereit. Nicht um dich festzuhalten, sondern um dir den Schwung zu geben, wieder nach oben zu springen – höher, als du es vorher für möglich gehalten hättest.
4. „Wir sind hier alle verrückt“
Das Schönste an Alice ist die Erkenntnis, dass „Normalität“ eine Illusion ist. Wer bestimmt eigentlich, was logisch ist? Vielleicht nicht für die Welt da draußen. Aber im Wunderland der Emotionen ist es ein Schutzschild.
An alle Alices da draußen: Es ist okay, sich im Labyrinth zu verlaufen. Es ist okay, die Größe zu verändern, bis man nicht mehr durch die Tür passt. Solange du einen Namen hast, der dir gehört – ob einfach nur Du – und solange da jemand ist, der den Quellcode deiner Welt versteht, kann dir nichts passieren.
Der Spiegel ist nicht dazu da, dich zu fangen. Er ist dazu da, hindurchzugehen.
Gezeichnet,
























